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03.02.2020 | Stadtwerke

Zukunft der Ladetechnologie für die Elektro-Mobilität

Norderney ist eine von zwei Follower-Regionen in einem europaweiten Projekt zur Entwicklung der Infrastruktur für E-Mobilität.

Amsterdam, Paris, Tallinn, Turin, Saragossa, Bursa – und Norderney. Die ostfriesische Insel steht in einer Reihe mit großen europäischen Städten. Denn Norderney wurde neben dem türkischen Ort Bursa ausgewählt, als Follower-Region an einem spannenden Forschungsprojekt zur Infrastruktur für die Elektro-Mobilität teilzunehmen. Ziel ist die schnellere Verbreitung fortschrittlicher Ladeinfrastrukturen und -technologien für die E-Mobilität.

Aufgabe der Stadtwerke Norderney in dem Projekt INCIT-EV ist es, einerseits Daten und Informationen zu liefern und im weiteren als Berater und Tester zur Verfügung zu stehen. Die Stadtwerke werden im Laufe der kommenden vier Jahre die Ergebnisse der einzelnen Projektteile der Leuchtturm-Regionen kritisch testen und hinterfragen sowie das dann entwickelte System „auf Herz und Nieren hinsichtlich der Tauglichkeit prüfen“, so Stadtwerke-Geschäftsführer Holger Schönemann. Norderney wurde vom spanischen Forschungsinstitut CIRCE vorgeschlagen, da die Insel bereits im EU-Projekt INSULAE zur Dekarbonisierung europäischer Inseln aktiv ist und weil der Stadtwerke-Chef offen für neue Ideen und Entwicklungen ist. Außerdem ist Norderney als abgeschlossener Bereich mit begrenzten Zugängen interessant für die Forschung.

Das Projektkonsortium wird angeführt von dem französischen Automobilhersteller Renault und besteht aus 33 Kooperationspartnern und Unternehmen in ganz Europa aus unterschiedlichen Bereichen der Elektromobilität. Die Europäische Union fördert das Projekt im Rahmen des Programms Horizont 2020 mit rund 15 Millionen Euro. Die Stadtwerke Norderney erhalten daraus ein Budget für Personalkosten und Reisetätigkeiten. Das Projekt soll im April 2025 abgeschlossen sein.

In den fünf Leuchtturm-Regionen werden Teilprojekte entwickelt und umgesetzt. In Amsterdam und Utrecht wird intelligente Ladeinfrastruktur zur Nutzung in Quartieren aufgebaut und getestet. Drahtlose Ladeinfrastruktur für das Laden während der Fahrt wird in Paris entwickelt. Das automatische Laden bei einer Fahrt von mehr als 130 Stundenkilometern wird in Versailles getestet. Ein Park-and-Ride-Parkplatz mit Anbindung an das öffentliche Transportwesen steht im Mittelpunkt von Tests verschiedener Ladetechnologien in Turin.

Die Verbesserung der Ladezeitung und Optimierung der Reichweite von Elektro-Autos wird in Tallinn entwickelt. Und in Saragossa widmen sich Forscher der Ladeinfrastruktur für E-Autos und E-Bikes für die direkte Integration mit erneuerbaren Energien. Außerdem erforschen die Spanier die drahtlose Ladeinfrastruktur für Taxi-Haltebereiche. Aus allen Ergebnissen wird ein mathematisches Modell erstellt, auf dessen Basis ein IT-System zur Planung von Ladeinfrastruktur und Verbesserung im Bereich E-Mobilität entwickelt wird.

Und hier kommen die türkische Großstadt Bursa und die vergleichsweise kleine ostfriesische Insel Norderney ins Spiel. Die beiden Follower-Regionen sollen die Ergebnisse der Teilprojekte und das IT-System auf Tauglichkeit testen. Schönemann wird dabei auch prüfen, ob Entwicklungen für die Insel sinnvoll sind und umgesetzt werden können. Im Vorfeld liefert Norderney Daten über den Stromverbrauch und die insulare Infrastruktur. „Wir werden das System als erstes nutzen und ausprobieren, ob es Insel-tauglich ist“, sagt Schönemann.

So ist für Norderney die Erforschung von drahtlosen Lademöglichkeiten im Taxihaltebereich von großem Interesse, erklärt Schönemann. Hier könnte eine ganz praktische Anwendung auf der Insel erfolgen. Auch die Entwicklung im Bereich der Induktionsstraßen sei interessant. Der Energiefachmann freut sich, dass Norderney an der Zukunftstechnologie teilhaben und zur aktuellen Entwicklung beitragen kann. Denn für die Insel ist „jede Form von E-Mobilität spannend“.

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