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05.08.2026 | Stadtwerke

Süßwasserlinse auf Norderney: Fakten, Messungen und Verantwortung

Fakten, Messungen und Verantwortung

Die Stadtwerke Norderney beobachten die Entwicklung der Süßwasserlinse seit fast 40 Jahren. Die aktuelle Datenlage gibt keinen Anlass zur Sorge um die Trinkwasserversorgung.

Die Süßwasserlinse unter Norderney ist die Grundlage für die Trinkwasserversorgung der Insel und damit eine der wertvollsten natürlichen Ressourcen überhaupt. Ihr Schutz besitzt für die Stadtwerke Norderney seit jeher höchste Priorität. Aus diesem Grund wird ihre Entwicklung bereits seit 1988 kontinuierlich überwacht.

Hierfür betreiben die Stadtwerke ein engmaschiges Messnetz mit mehr als 100 Messstellen, die über die gesamte Insel verteilt sind. Dieses Monitoring zeigt: Die Süßwasserlinse ist ein dynamisches System. Wasserstände verändern sich im Jahresverlauf, reagieren auf Niederschläge und natürliche Prozesse und unterscheiden sich je nach Standort erheblich. Aussagen über ihren Zustand lassen sich deshalb nur auf Grundlage einer Vielzahl von Messdaten treffen.

Aktuell wird öffentlich über eine einzelne Messstelle diskutiert. Aus Sicht der Stadtwerke reicht die Betrachtung eines einzelnen Messpunktes jedoch nicht aus, um belastbare Aussagen über die Entwicklung der gesamten Süßwasserlinse zu treffen. Unsere langjährigen Messreihen zeichnen ein deutlich differenzierteres Bild.

Auch die geologischen Besonderheiten Norderneys müssen berücksichtigt werden. Der Dünensand der Insel besitzt mit rund 20 Zentimetern pro Stunde eine sehr hohe Durchsickerungsrate. Aufgrund seiner groben Körnung versickert Niederschlagswasser schnell und effizient. Die auf dem Festland bekannten Effekte eines verstärkten oberflächlichen Wasserabflusses nach Starkregen lassen sich daher nicht ohne Weiteres auf Norderney übertragen.

Ein Blick auf die vergangenen Jahre verdeutlicht diese Unterschiede: Während in vielen Regionen Deutschlands sinkende Grundwasserstände beobachtet wurden, waren die Jahre 2023 und 2024 auf Norderney überdurchschnittlich niederschlagsreich. Entsprechend registrierten die Stadtwerke außergewöhnlich hohe Grundwasserstände. Sichtbar wurde dies unter anderem Anfang 2024, als der Wanderweg zwischen
Wasserwerk II und dem Leuchtturm aufgrund hoher Wasserstände über mehrere Monate nicht passierbar war.

Für die Trinkwasserversorgung der Insel besteht nach den aktuellen Erkenntnissen kein Anlass zur Sorge. Weder sind zusätzliche technische Maßnahmen erforderlich noch haben sich Personalaufwand oder die Anforderungen an Förderung und Aufbereitung des Trinkwassers erhöht. Ebenso besteht derzeit kein Anlass, Einschränkungen oder Verbote bei der Wassernutzung auszusprechen.

Selbstverständlich nehmen die Stadtwerke die Auswirkungen des Klimawandels sehr ernst. Gemeinsam mit der Stadt Norderney arbeiten wir intensiv daran, die Insel nachhaltig weiterzuentwickeln und das gemeinsame Ziel zu erreichen, Norderney bis 2040 klimaneutral zu gestalten. Die kontinuierliche Beobachtung der Süßwasserlinse ist dabei ein wichtiger Baustein, um Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und die Versorgung langfristig zu sichern.

Als regionaler Wasserversorger stehen die Stadtwerke jederzeit für Fragen rund um die Trinkwasserversorgung und die Süßwasserlinse zur Verfügung. Wer sich näher mit diesem besonderen Naturraum beschäftigen möchte, findet im virtuellen Wasser Erlebnis-Spaziergang, den die Stadtwerke gemeinsam mit Anke Wessels, Lena Thissen und Lisann Frahm entwickelt haben, viele spannende Informationen rund um die Entstehung, Funktion und Bedeutung der Süßwasserlinse.

Zum virtuellen Wasserspaziergang geht’s hier lang:
https://tinyurl.com/Wasserspaziergang

Unser Ziel bleibt unverändert: Die Menschen auf Norderney auch in Zukunft sicher, nachhaltig und verantwortungsvoll mit hochwertigem Trinkwasser zu versorgen.

 

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