Smart Meter – ein unverzichtbarer Baustein in der Energiewende

Intelligente Stromzähler werden in den nächsten Jahren die Energie-wirtschaft revolutionieren. Ohne diese intelligenten weißen Kästen ist die Energiewende nicht denkbar. Smart Meter ermöglichen eine detaillierte Verbrauchsmessung und eine zeitpunktbezogene Ab-rechnung des Stromverbrauchs. Außerdem sind sie die intelligente Schnittstelle zwischen Stromverbrauchern und einem „smarten Stromnetz“.
Warum sind gerade diese Smart Meter so wichtig für die Energie-wende? Je mehr Strom aus erneuerbaren Energien gewonnen wird, desto weniger lässt sich das Stromangebot steuern. Der Wind weht, wann er will, die Sonne scheint nicht immer dann, wenn viel Strom gebraucht wird. Kann man das Angebot von Strom nicht steuern, muss man versuchen, das Stromnetz intelligenter zu machen und den Verbrauch anzupassen. Hierbei helfen intelligente Stromzähler. Sie sollen es zukünftig ermöglichen, dass Strom in Zeiten mit gerin-gem Verbrauch und hohem Angebot besonders preiswert genutzt werden kann. Elektroautos könnten zum Beispiel über den intelli-genten Zähler automatisch geladen werden, wenn der Strom gerade besonders günstig ist.
Intelligente Stromzähler können noch mehr. Sie messen auch den Strom, der in die andere Richtung fließt. Vom Verbraucher ins Netz. Dies ermöglicht eine Revolution der Energiewirtschaft. Verbraucher können gleichzeitig Erzeuger werden. Sie können ihr E-Auto nachts auftanken, tagsüber einen Teil dieses Stroms wieder ans Netz abge-ben und so unter Umständen sogar Geld verdienen. Im Stromnetz würde dies zu einer ausgeglichenen Lastverteilung führen. Eine Win-Win-Situation für alle.
Damit dies gelingt, hat der Gesetzgeber das Gesetz zur Digitalisie-rung der Energiewende verabschiedet, das am 02. September 2016 in Kraft getreten ist. Dies verpflichtet die Energieversorger die bis-herigen schwarzen Ferraris-Zähler durch intelligente Zähler zu er-setzen.
Je nach Höhe des Verbrauchs kommen unterschiedliche Zähler zum Einsatz. Wer weniger als 6.000 Kilowattstunden (kWh) im Jahr ver-braucht, erhält eine sogenannte „moderne Messeinrichtung“. Diese ist vergleichsweise preiswert und wird – wie die bisherigen Zähler auch – einmal jährlich manuell abgelesen. Im Vergleich zum alten Zähler kann die moderne Messeinrichtung den Energieverbrauch detaillierter anzeigen. Auf dem Zähler-Display werden neben dem aktuellen Stromverbrauch auch historische Verbrauchswerte der letzten 24 Monate angezeigt. Zum Vergleich: ein typischer Vier-Personen-Haushalt verbraucht etwa 3.500 kWh.
Wer mehr als 6.000 kWh verbraucht, erhält ein „intelligentes Mess-system“. Das intelligente Messsystem wird fernausgelesen. Die Zäh-lerstände werden also automatisch, direkt und sicher an den jeweili-gen Energieversorger, Netzbetreiber (Verteilnetzbetreiber und Über-tragungsnetzbetreiber) sowie Messstellenbetreiber gesendet. Die Übertragung erfolgt hochverschlüsselt über eine sichere Internet-verbindung. Auch am Display des Messsystems kann der Verbrauch detailliert ablesen und darüber hinaus in einem Onlineportal visuali-siert werden. Die Analyse des eigenen Verbrauchs ist der Schlüssel zur Identifizierung und Nutzung von Einsparpotentialen.
Der Einbau moderner Messeinrichtungen und intelligenter Messsys-teme startet schrittweise ab 2017. Bis 2032 müssen die neuen Zäh-ler laut Gesetzgeber die alte Technik komplett ersetzt haben.